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Wieder zu Hause

  

Wie geht es weiter nach meiner Entlassung?

 

Diese Frage ist nur sehr umfangreich zu beantworten, da jedes Krankheitsbild und jede Verletzung unterschiedlich ist. Deshalb möchten wir Ihnen einige allgemeine nützliche und praktische Tipps mit auf den Weg geben.  Zu den einzelnen speziellen Verletzungen und Operation stehen Ihnen auf dieser Seite spezifische Information kostenlos als Download zur Verfügung.

 

Grundsätzlich gilt: Lassen Sie Ihren gesunden Menschenverstand walten. Nehmen Sie den ärztlichen Rat an und befolgen Sie dessen Anweisung. Genesung braucht Zeit. Überfordern Sie Ihren Körper nicht und verlangen Sie nicht zu viel von Ihrem Körper.

 

  • Bei starken Schmerzen im Bereich des Verletzungs- bzw. Operationsgebietes suchen Sie bitte unverzüglich einen Arzt Ihrer Wahl auf oder kommen direkt in die Notaufnahme unseres Hauses.
  • Gehen Sie erhöhten Sturzgefahren aus dem Weg. Bleiben Sie bei Glatteis zu Hause.
  • Die Muskulatur muss sich nach einer Operation erst einmal wieder aufbauen. Sie gibt dem Stütz- und Bewegungsapparat die nötige Stabilität. Die Dauer des Heilungsprozesses richtet sich nach dem bestehenden Verletzungs - oder Erkrankungsbild, sowie den Begleiterkrankungen. Während des Heilungsprozesses sind ruckartige Bewegungen, Drehungen vor allem mit schnellen Richtungswechseln in der Bewegung und übermäßige Kraftanstrengungen zu vermeiden. Wie gesagt, diese Hinweise stehen immer in Abhängigkeit von der Verletzung oder Erkrankung und der durchgeführten Operation. Unser Team der Klinik für Unfall-, Handchirurgie und Orthopädie steht Ihnen jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung.

 

Führen von Kraftfahrzeugen

 

Sie sollten erst wieder Auto fahren, wenn der Arzt es erlaubt. Sie müssen in der Lage sein das Kraftfahrzeug in vollem Umfang zu beherrschen. Dieser Hinweis ist zu Ihrem eigenen Schutz und zum Schutz Ihrer Mitmenschen. Führen Sie kein Kraftfahrzeug, wenn Sie Schmerzmittel eingenommen haben. Deren Wirkung kann zu einer erheblichen Verminderung der Reaktionsfähigkeit führen.

 

Gewichtsreduktion

 

Übergewicht ist schädlich, gerade im Zusammenhang mit dem Gelenkverschleiß. Es ist eine zusätzliche Belastung für Ihren Körper. Versuchen Sie durch konsequente und gesunde Ernährung und sportliche Aktivität Ihr Idealgewicht zu erreichen. Hilfreich kann hier auch ein Gespräch mit einem Ernährungsberater sein.

 

Nikotin

 

Raucher sind nicht nur stark Herzinfarkt gefährdet, sondern das Rauchen kann auch zu erheblichen Wundheilungsstörungen oder zu einer deutlich verlängerten Wundheilung führen. Daneben besteht durch das Rauchen ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs, Raucherlunge und Durchblutungsstörungen an den Beinen, sowie Hirnschlag. Nehmen Sie den Krankenhausaufenthalt als Anlass das Rauchen zu beenden. Erfahrungsgemäß  ist es am besten, wenn Sie von einen auf den anderen Tag damit aufhören. Das langsame Aufhören führt meist nicht zum Erfolg.

 

Sexualität

 

Warum nicht? Grundsätzlich gilt auch hier die Stabilität der Muskulatur und somit der Schutz des Bewegungsapparates. Vermeiden Sie auf jeden Fall nach Verletzungen mit Knochenbrüchen und vor allem bei Verletzungen mit Gelenkbeteiligung Innen- und Aussendrehungen der betroffenen Körperregion für einen gewissen Zeitraum nach der Operation.

 

Kontrolle ist gut und wichtig!

 

Sofort nach der Entlassung aus unserer Klinik müssen Sie sich bei Ihrem weiterbehandelnden Chirurgen oder Facharzt vorstellen. Dieser legt dann den weiteren Behandlungsfahrplan fest und gibt Ihnen weiter Kontrolltermine.

Wenn keine Komplikationen aufgetreten sind und das Verletzungsmuster es zulässt, kann die Intensität der Krankengymnastik gesteigert werden, um Ihre Muskulatur zu kräftigen und die Beweglichkeit des Stütz- und Bewegungsapparates zu steigern.

Schnell neigt man bei der zurück gewonnen Lebensqualität dazu, diese Kontrolltermine als nicht  wichtig zu betrachten. Sie sollten das Angebot jedoch wirklich nutzen. Ihr Arzt kann Sie somit in den kommenden Jahren begleiten, Ihre Rehabilitation mit verfolgen um mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und auszuräumen.

 

Vorsicht bei eitrigen Entzündungen!

 

Jedes Implantat, vor allem künstliche Gelenke (knie-, Schulter oder Hüftgelenke) sollte immer vor Entzündungen geschützt werden. Besonders während zahnärztlicher Behandlungen oder Maßnahmen im Bereich des Harntraktes wird ein Antibiotikaschutz empfohlen, um eine Infektionsgefährdung zu vermeiden. Aber auch bei anderen Infektionen ist ein Arztgespräch empfehlenswert. Dieser kann entsprechende Behandlungsmaßnahmen einleiten.

 

Wie steht es um den Sport bei Ihnen?

 

Wollen Sie Sport treiben? Nach Ihrer Verletzung, Krankheit und Operation haben Sie Schritt für Schritt Ihre Mobilität zurückgewonnen. Sie können sich jetzt gut im Alltag bewegen und sind zu Ihrem normalen Tagesablauf zurückgekehrt.

Sport ist gesund! Wir raten Ihnen – Ja treiben Sie Sport - wir wollen Sie zur sportlichen Aktivität ermutigen! Das Ausüben von Sportarten, einmal vorausgesetzt, sie sind gelenkschonend, hat viele Vorteile. Durch den Sport wird die Muskulatur gestärkt und einem Muskelschwund vorgebeugt. Das ist deshalb so wichtig, weil eine gut ausgebildete Muskulatur ihre Stabilisierungsfunktion voll ausüben kann und somit den Bewegungs- und Stützapparat vor Fehlbewegungen schützt.

Grundsätzlich zu empfehlen sind alle Sportarten mit gleichmäßigen und fließenden, rhythmischen Bewegungen bei denen keine großen Kräfte auf den Körper wirken. Ungünstig hingegen sind ruckartige, springende oder unerwartete Bewegungsabläufe, abrupte Brems- und Beschleunigungsaktionen in Verbindung mit Richtungswechseln, so wie sie vor allem bei Ballsportarten vorkommen. Hier kann aber auch schon eine Verlangsamung der Spielgeschwindigkeit Abhilfe schaffen und dadurch gefährliche Bewegungsabläufe und Drehbewegungen entschärft werden. Grundsätzlich gilt auch hier, fragen Sie Ihren Arzt zu diesem Thema was erlaubt ist und was nicht.

 

Erlaubt und verboten?

 

Zu empfehlen sind Sportarten, wie Radfahren, Ski Langlauf Schwimmen (hier jedoch vorsichtig bei Gelenkverletzungen, um eventuelles Ausrenken zu verhindern), Nordic Walking und Wandern, Gymnastik und Krafttraining wenn die Bewegungen und Gewichte mit Ihrem Arzt und Physiotherapeuten abgesprochen sind.

Nicht empfehlenswert sind Kontaktsportarten, wie Squash, Hand- und Fußball, Alpines Ski fahren für Anfänger, weil Sie oft ruckartig und mit schnellen abrupten Richtungswechseln verbunden sind. Im Allgemeinen beugt aber Erfahrung in den entsprechenden Sportarten dem Unfallrisiko vor, da Sie Situationen, die Ihre Gelenke belasten schon kennen und vermeiden können.

Auf das „WIE“ kommt es an. Um es noch einmal auf den Nenner zu bringen – Welche Sportart Sie ausführen, hängt von Ihre individuellen Konstitution und Ihrer Erfahrung in der entsprechenden Sportart ab. Letztendlich können wir nur Empfehlungen aussprechen. Vielleicht sind Sie als Kind schon Ski gefahren und bewegen sich sicher auf den Brettern? Vielleicht fahren Sie auch so exzessiv Fahrrad,  dass Sie Ihren Stütz- und Bewegungsapparat und die umgebende Muskulatur schädigen. In wie weit eine Sportart geeignet oder ungeeignet ist, hängt von Ihrer Ausübung ab. Unbedingt erforderlich ist aber immer die Rücksprache mit Ihrem Arzt!

 

Leben Sie wieder auf!

 

Sie haben gut gearbeitet in den letzten Wochen nach Ihrer Operation.  Ihre Kräfte kehren zurück und Sie freuen sich wieder über Ihre zurückgewonnene Lebensqualität. Nutzen Sie den Elan, um Ihr Engagement auch im sozialen Bereich wieder aufzunehmen.

Sport macht im Beisein von anderen noch viel mehr Spaß, z.B. im Sportverein, im Seniorenkreis, Gymnastikgruppenoder in  der Gemeinde. Auch im gemeinsamen Urlaub mit vertrauten Menschen trägt dazu bei, sich wieder im sozialen Umfeld wohlzufühlen und aktiv teilzunehmen.